Archiv für Mai 2009

24
Mai
09

Panik

Mein Dank geht an herrn Otis, Erfinder des Aufzuges!
Mein Dank geht an Herrn Otis, Erfinder des Aufzuges!

Ich leide an Agoraphobie, fälschlicherweise auch unter Platzangst bekannt, das macht sich bei mir besonders in überfüllten U-Bahnen und Aufzügen bemerkbar. Da wird meine Kehle plötzlich trocken, meine Handflächen feucht und mein Puls steigt rasant. Leider lassen sich diese Situationen nicht komplett vermeiden, aber ich kann ab und an versuchen, ihnen aus dem Weg zu gehen. Als Kind steckte ich einmal im Aufzug eines Hauses fest. Ich war alleine und das ganze sechs Stunden lang. In überfüllten Kaufhäusern ergreife ich manchmal panikartig die Flucht, sobald ich spüre, dass eines der eben genannten Anzeichen plötzlich und unerwartet auftaucht. Das kann ganz plötzlich passieren und ist oft sehr ärgerlich für mich, vor allem wenn ich mich mitten in einem berauschenden shopping-trip befinde. Leider erfasst mich diese Panik mittlerweile auch auf meiner Arbeit, da ich auf teilweise engsten Raum mit viel zu vielen Menschen kommunizieren muss. Ein Mittelchen dagegen gibt es leider nicht. So hoffe ich doch sehr, dass sich die Phobie bei mir nicht verschlimmert. Seltsamerweise habe ich keine Flugangst.

Der wohl berühmteste Klaustrophob und Angstschisser war Iosseb Bassarionis dse Dschughaschwili, “ sinnigerweise“ auch unter seinem selbsternannten heroischen Namen Stalin bekannt. Der “ Stählerne“ betrat nämlich so gut wie nie ein Flugzeug. Stalin kam einen Tag zu spät zur Potsdamer Konferenz, er ließ Churchill und Truman warten, denn der Diktator  bevorzugte es, den langen Weg von Moskau nach Potsdam lieber mit dem Zug zurückzulegen. Stalin kam immer und überall aus diesem Grund zu spät, er entschuldigte sich meistens mit den Worten er sei aufgehalten worden. Der ängstliche Herr fuhr immer in gepanzerten Waggons, und auf den Strecken standen alle 300 bis 400 Meter Wachposten. Auf der Strecke von Moskau nach Potsdam waren das somit, naja, jedenfalls eine Unmenge an Wachen! Stalin bekam ebenso Panikattacken, wenn er sich in Räumlichkeiten aufhielt, die nur eine Tür hatten. Er bestand immer darauf, dass sämtliche Räume, die er nutzen sollte mit mindestens  zwei Türen versehen waren.Der skrupellose Stalin war auch Hypochonder, hat gesoffen wie ein Loch, war Kettenraucher und hatte extreme Minderwertigkeitskomplexe. Da bin ich also doch noch guter Hoffnung, meine „kleinen“ Attacken irgendwann doch loszuwerden.

Panik-Diktator
Panik-Diktator
21
Mai
09

7-Seen Fahrt

Manchmal muss man auch mal Dinge tun, die vielleicht ein wenig peinlich sind. Den Berliner lockt es in seiner Freizeit ans Wasser, davon jibbt es ja auch mehr als genug. Besonders peinlich, aber durchaus interessant ist die 7-Seen Fahrt. Wer über Touristen im beigen Enheitslook hinwegsehen kann, sollte sich diese Schiffstour nicht entgehen lassen. Von Wannsee aus führt die Fahrt ca. 2 Stunden durch die Berliner und Potsdamer Seenlandschaft. Es empfiehlt sich ein Plätzchen auf dem Oberdeck.  So entgeht man auch den Massen an Touris, die eher damit beschäftigt sind im Schiffsrestaurant ihre Schwarzwälder Kirsch zu verspeisen, als sich die wunderbare Landschaft mit ihren Villen und Schlössern zu betrachten. Habe gestern ein paar Bilder gemacht, viel Spaß beim Betrachten.

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Am kleinen Wannsee

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Lieblingsplatz

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Am kleinen Wannsee

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Am kleinen Wannsee

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Stolpe-Stölpchensee

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Griebnitzsee, Haus Seefried erbaut von Mies van der Rohe 1915-1917. Während der Potsdamer Konferenz residierten hier die britischen Premiers Churchill und Attlee.

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Dampfmaschinenhaus im Park Babelsberg

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Blick auf Potsdam mit Nikolaikirche und Hans Otto Theater

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Jagdschloss Glienicke ( links)

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Glienicker Brücke

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Reste der Brücke von 1881, Schinkel

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Das Casino im Glienicker Park

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Sacrower Heilandskirche

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Pfaueninsel

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Baustelle auf Schwanenwerder

17
Mai
09

Graffiti erotisch

Oder die Anleitung zur Zärtlichkeit :

Berliner Damentoilette

12
Mai
09

Kein Zimmer für Juden oder Tällibahn

Tiroler Hotel hat kein Zimmer für Juden

Innsbruck. (dpa) Ein Tiroler Hotel, das eine jüdische Familie als Gäste abgelehnt haben soll, sorgt für Aufregung in Österreich. Nach einem Zeitungsbericht soll die Vermieterin eines Appartementhauses und Hotels in Serfaus auf die Buchungsanfrage einer Wiener Familie per E-Mail geantwortet haben, sie nehme keine jüdischen Gäste, auch wenn das Zimmer frei sei.
Als Grund nannte sie „schlechte Erfahrungen“ mit jüdischen Gästen, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ am Sonntag. Die Gegend rund um Serfaus ist in den vergangenen Jahren sehr beliebt bei orthodoxen Juden geworden. Zahlreiche Hotels bieten dort inzwischen extra koscheres Essen an.
Eine Hotelbesitzerin aus dem selben Ort sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, der Fall sei „schlecht für das Image von Serfaus“. Eine solche Geschichte zerstöre die ganze harte Arbeit der vergangenen Jahre im Tourismusgeschäft.
Die Nachrichtenagentur APA zitierte den Tourismusverband-Obmann Franz Tschiderer: „Das Verhalten ist nicht akzeptabel.“ Jüdische Gäste seien in Serfaus-Fiss-Ladis genauso willkommen wie alle anderen.
„Bis zu diesem Fall haben wir noch nie gehört, dass es irgendwelche Schwierigkeiten gibt“, zitierte die Zeitung die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Tirol und Vorarlberg, Esther Fritsch. Die Hotelbesitzerin, die die E-Mail geschrieben hatte, wollte sich nicht zu ihrem Schreiben äußern.
Der Vater der betroffenen Familie hat indes entschieden, die Sommerferien woanders zu verbringen: Er wolle seinen Urlaub nicht in einem „rassistischen Nest“ verbringen und werde seinen Freunden erzählen, was ihm in Tirol widerfahren sei, zitierte ihn das Blatt.
Artikel vom 10.05.2009

Da frage ich mich doch ganz ernsthaft, was die Hotelwirtin zu bemängeln hatte, wie sehen diese schlechten Erfahrungen mit Juden aus? Der Satz “ Ich vermiete nicht an Juden“ erinnert stark an die schlimmsten und dunkelsten Seiten der Deutschen Geschichte. Traurig und peinlich!

Jedenfalls mache ich da doch lieber Urlaub in der benachbarten Schweiz mit der zuverlässigen Tällibahn.

Hinauf ins Gadmer Felsenparadies

Die Tällibahn bringt Sie direkt an den Fuss der Gadmer-Felswände. Von dort aus können Sie den Tälli Klettersteig erobern, den ersten Klettersteig der Schweiz, vielfältige Wanderungen starten und den Tag in der Tällihütte ausklingen lassen.ie im 2007 neu eröffnete Tällihütte, ein gemütliches Berggasthaus mit Restaurant, Panoramaterrasse und Übernachtungsmöglichkeit, liegt wenige Meter neben der Bergstation.

12
Mai
09

Trabinest bei Neuruppin 2

Im Winter traf ich das erste Mal auf diese ungewöhnliche Storchenbehausung: Trabinest bei Neuruppin

Vor ein paar Tagen kam ich wieder vorbei und war ziemlich neugierig, ob das ungewöhnliche Nest inzwischen von Afrika-Rückkehrern  bewohnt ist. Leider war kein Storch weit und breit zu sehen, und, nachdem ich über eine Stunde voller Spannung und umsonst im Auto gewartet hatte, bin ich enttäuscht wieder gefahren. Möglicherweise war der Storch nur unterwegs, aber Junge waren jedenfalls keine im Nest.

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Der Trabant auf seiner Stelze wirkt einsam und verlassen, und abgesehen von der Vegetation gleichen meine Bilder denen vom vergangenen Winter. Leider fand ich auch weit und breit keinen Einheimischen, der mir eine Auskunft hätte geben können, aber im Internet fand ich zumindest einiges über dieses seltsame Gebilde:

„Weil der alte Holzmast faulte, der Trabi 601 seine letzte Wolke ausgehustet hatte und Storchenvater Jänsch nach einem Scherz zumute war, ließ er die „Pappe“ auf einen neun Meter hohen Stahlmast hieven. Ohne Genehmigung, wie das Amt für Bauwesen in Neuruppin bemängelte. Fazit: Das Ding muß weg – sobald die Störche gen Süden ziehen.
Unterschrift-Aktionen konnten dieses Vorhaben glücklicherweise verhindern.  2002 kam es zu einer dramatischen Rettungsaktion, denn ein gewaltiger Sturm tötete den Storchenvater. Die völlig überlastete Storchendame konnte ihre Jungen alleine nicht mehr ernähren, diese wurden immer schwächer und schwächer und Erbauer des Nestes Artur Jänsch fütterte die Kleinen mit Hilfe einer 10 Meter langen Eisenstange, die er selbst gebastelt hatte.  An deren Ende befestigte er die Nahrung. Nach einer Weile nahmen die Jungen die Nahrung dankbar an und sie konnten sich somit schnell selbst um ihr Essen kümmern, nachdem sie flügge geworden waren.

Vielleicht weiß ja jemand, ob  zur Zeit Störche dieses Nest bewohnen?  So wie auf älteren Abbildungen würde ich das Nest nur allzu gerne einmal sehen: Dann würde ich sicherlich noch einmal hinfahren.

07
Mai
09

Jumbo da Vinci

Bin gerade über ein Video gestolpert und immer noch etwas fassungslos:

Zuerst dachte ich, der Pfleger würde dem Elefanten den Rüssel führen, aber andere Videos widerlegen meine Theorie. Rüsselkünstlerin Hong malt ihre Bilder selbst. Ein Wermutstropfen haftet den Gemälden allerdings an: Zwar malt Hong sämtliche ihre Bilder ohne menschliche Hilfe, doch die Abfolge von Pinselstrichen ist  angelernt. Noch habe Hong kein Gemälde selbst entworfen. Aber das kann ja noch werden. Schließlich übt die Elefantendame auch erst seit zwei Jahren – viertes Semester auf einer Kunsthochschule: Was kann man da schon?

Bilder der Künstlerin Hong aus dem Video bringen dem Zoo 500 $ ein.

Solange der Elefant Spaß daran hat, warum nicht, aber das wage ich zu bezweifeln. Die Touristen in dem Thailänder Zoo scheinen jedenfalls begeistert zu sein. Der Ruf der thailändischen Zoos ist alles andere als gut, Tiere werden für lächerliche Touristenattraktionen erbarmungslos gequält. In den Vereinigten Staaten, wie hier in Buffalo, bevorzugt die asiatische Künstlerin Surapa eher die gegenstandslose Kunst, wie ihr Meisterwerk “ Elephant Guernica“ beweist.

Surapa
Elephant Guernica

Die thailändische Internetseite elephantartgallery verkauft Elefantenbilder, nimmt allerdings Abstand von Selbstporträits, Blumenbildern, etc, da diese alle angelernt seien und nicht authentisch. Elefantenexpressionismus boomt und erzielt hohe Preise auf dem Kunstmarkt. Ob angelernt oder nicht, meiner Meinung nach ist ein Elefant nicht zum Malen geboren, ich trinke mein Wasser auch nicht mit Hilfe meiner Nase.




Newton´s Cradle

Altes Zeugs

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