Im Winter traf ich das erste Mal auf diese ungewöhnliche Storchenbehausung: Trabinest bei Neuruppin
Vor ein paar Tagen kam ich wieder vorbei und war ziemlich neugierig, ob das ungewöhnliche Nest inzwischen von Afrika-Rückkehrern bewohnt ist. Leider war kein Storch weit und breit zu sehen, und, nachdem ich über eine Stunde voller Spannung und umsonst im Auto gewartet hatte, bin ich enttäuscht wieder gefahren. Möglicherweise war der Storch nur unterwegs, aber Junge waren jedenfalls keine im Nest.

Der Trabant auf seiner Stelze wirkt einsam und verlassen, und abgesehen von der Vegetation gleichen meine Bilder denen vom vergangenen Winter. Leider fand ich auch weit und breit keinen Einheimischen, der mir eine Auskunft hätte geben können, aber im Internet fand ich zumindest einiges über dieses seltsame Gebilde:
„Weil der alte Holzmast faulte, der Trabi 601 seine letzte Wolke ausgehustet hatte und Storchenvater Jänsch nach einem Scherz zumute war, ließ er die „Pappe“ auf einen neun Meter hohen Stahlmast hieven. Ohne Genehmigung, wie das Amt für Bauwesen in Neuruppin bemängelte. Fazit: Das Ding muß weg – sobald die Störche gen Süden ziehen.„
Unterschrift-Aktionen konnten dieses Vorhaben glücklicherweise verhindern. 2002 kam es zu einer dramatischen Rettungsaktion, denn ein gewaltiger Sturm tötete den Storchenvater. Die völlig überlastete Storchendame konnte ihre Jungen alleine nicht mehr ernähren, diese wurden immer schwächer und schwächer und Erbauer des Nestes Artur Jänsch fütterte die Kleinen mit Hilfe einer 10 Meter langen Eisenstange, die er selbst gebastelt hatte. An deren Ende befestigte er die Nahrung. Nach einer Weile nahmen die Jungen die Nahrung dankbar an und sie konnten sich somit schnell selbst um ihr Essen kümmern, nachdem sie flügge geworden waren.
Vielleicht weiß ja jemand, ob zur Zeit Störche dieses Nest bewohnen? So wie auf älteren Abbildungen würde ich das Nest nur allzu gerne einmal sehen: Dann würde ich sicherlich noch einmal hinfahren.

Sehr geehrte Hyke,
ich bin Doktorand an der Uni Tokio und Journalist in Japan.
Jetzt schreibe ich ein Buch ueber DDR-Produkt auf Japanisch.
Wenn es moeglich waere, wuerde ich dieses schoene Foto von Trabi mit Stoerchen in meinem Buch benutzen.
Natuerlich zitiere ich Ihren Name und diese Seite.
Ich wuerde mich sehr freuen, die gute Antwort zu bekommen.
Mit freundlichen Gruessen.
Nobuhiro Yanagihara