Archiv für Juli 2009

30
Jul
09

Nordsee-Impressionen

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Himmel, Meer und Deich. Bei Vollerwiek, Eiderstedt

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Gewitterhimmel bei Westerhever, Eiderstedt

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Hallig im Abendlicht

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Nordsee

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Vor Pellworm

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Möwe auf Amrum

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Im Hintergrund: Verlegung des 53 km langen Seekabels von St. Peter Ording nach Helgoland

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“ Sturmzeit“

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Hallig

20
Jul
09

Villa Hagen, Potsdam

Villa Louis Hagen
Bild: Potsdam Wiki

Die Bertinistrasse in Potsdam liegt entlang des Jungfernsees und war einst ( und ist es mittlerweile wieder) eine prächtige Villenkolonie. Die Strasse wurde damals auch „Bankiersstrasse“ genannt, weil dort mit Otto von Mendelssohn-Bartholdy, Louis Hagen und Herbert Gutmann gleich drei Bankiers lebten. Ein Haus jedoch hebt sich besonders von den anderen Villen ab, nicht nur, weil es das einzige mit direktem Seegrundstück ist, sondern weil es sich mit seinen strengen geometrischen Formen deutlich von Gründerzeit und Jugendstil-Geschnörkel in dieser Strasse ausgrenzt. Erbaut wurde das Haus bereits 1897 und zwar im Stil eines skandinavischen Blockhauses. Damaliger Architekt war Schytte Berg. Im Laufe der Jahre wurde das Haus zu einer Art Märchenschloss umgebaut, 1927 erhielt es dann das heutige Aussehen: Schlicht und ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit. Leider habe ich kein Bild aus der „Märchenzeit“ finden können. Für den Umbau waren damals die Architekten O. Block und H. Ebert verantwortlich. Eigentümer des Grundstücks und der Villa war der jüdische Bankier Louis Hagen. Es gibt

einst..
einst..

Dachterrassen, einen Lift, der zur  Tiefgarage führt, eine Turnhalle mit flachem Dach aus Glasbausteinen, ein Kino, und einen großen Bootsschuppen. Die Familie Hagen konnte in den Dreißigerjahren dem Naziterror entkommen. Zu Zeiten der DDR war hier ein Rechenzentrum untergebracht  und seit  1992 verfällt das Haus zusehend. 2007 gab es Sanierungspläne: Ein Architekt erwarb das Gebäude mit dem Ziel, hier 6 Eigentumswohnungen zu erbauen und das Gebäude zu sanieren. Und ich sehe mit Trauer, dass bis heute immer noch nichts geschehen ist. Die Villa gleicht einer Bruchbude dass es einem das Herz bricht! Kürzlich las ich folgenden Artikel in den Potsdamer Nachrichten, dass die Abrißerlaubnis für die Villa Hagen genehmigt worden ist.

Villa Hagen steht für Volksbewußtsein:

Traurig! Anders als in Berlin ist die Villa Hagen  eine von ganz wenigen originalen Gebäuden der Neuen Sachlichkeit in Potsdam. Und auch hier werden lieber neue Märchenschlösser gebaut ( Wiederaufbau des Stadtschlosses , 1945 abgebrannt, Reste 1960 gesprengt),  als solche baulichen Meisterwerke zu erhalten. Meiner Meinung nach sind gerade die Potsdamer immer noch zu sehr auf ihr friderizianisches Klimbim fixiert und sind sich über andere architektonischen Highlights ihrer Stadt gar nicht bewusst. Allerdings ist das nicht nur in Potsdam so.

Was auch immer aus dieser Villa wird, man sollte sie sich unbedingt anschauen. Sie fristet ihr Dasein  am Anfang der Bertinistrasse in der Nauener Vorstadt, gleich hinter der Meierei am Neuen Garten. Auch ich werde noch ein paar Fotos machen, da die meines letzten Besuches nichts geworden sind.

Das Haus machte übrigens auch Filmgeschichte: 1926, als in deren Gartenhaus-Garage der erste abendfüllende Animationsfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ produziert wurde. (Produktion: Louis Hagen)

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…und jetzt: Mein letzter Besuch, Juli 2009
17
Jul
09

Störche, Störche, Störche!

Fährt man von der Schleswig-Holsteinischen Westküste aus in Richtung Schleswig, über Husum oder Friedrichstadt, kommt man durch idyllische kleine Dörfer mit schönen Reetdach-Häusern, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, das „Storchendorf“ zu sein. Da gibt es zum Beispiel Bergenhusen, Süderstapel, Drage, Seeth, Hollingstedt, Stapelholm und wie sie alle heißen, alle im Gebiet der Eider und Treene Marschen.  Bergenhusen hat die größte Storchen-Population in ganz Europa. In dem kleinen Menschen-Nest brüten bis zu 14 Storchenpaare! Diesmal hatte ich viel Glück! Alle Nester waren komplett belegt und ausgebucht. Der Nachwuchs gedeiht prächtig und wenn ich die Situation mit früher vergleiche ( habe in der Gegend bis ca vor 7 Jahren noch nie mehr als 2 Störche gesehen…) so teilt der Storch mittlerweile gerne wieder unseren Lebensraum. Jedenfalls hoffe ich das und wünsche mir, dass es so bleibt. Denn verlassene Storchennester im Sommer sind einfach ein trostloser Anblick.

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Die Eider bei Süderstapel

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Hollingstedt

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Nachwuchs

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Bei Stapelholm auf Froschjagd

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Bergenhusen

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Suchbild

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Bergenhusen


10
Jul
09

Hinter Fassaden…

Hinter jeder Fassade verbergen sich Schicksale.
Darüber habe ich mir schon früher Gedanken gemacht, wenn ich mit dem Zug gefahren bin, vorbei an unzähligen SDC10836Häusern mit unzähligen Schicksalen  hinter den Mauern und Fenstern.
Hinter einem Balkon wartet ein alter Mann auf seine Rente, hat womöglich nicht mal mehr etwas zu essen.
Gleich nebenan schluchzt eine Frau in ihren Weißwein, weil ihr Lebensabschnittgefährte scharf auf eine 20 Jahre jüngere Blondine ist.
Im Stockwerk drüber wird der Sohn möglicherweise nicht versetzt und direkt darunter hat die Frau einen Knoten in der Brust entdeckt. Schräg gegenüber hat man den dunkelhäutigen Sohn mal wieder verprügelt, und der einsame Mann am Rande der Strasse hat suizide Gedanken weil er allein, hilflos und verlassen ist.
Auch in der dritten Etage kämpft ein Drogensüchtiger um seine Existenz und die Omi nebenan liegt leblos neben dem Telefon, den Blutdruckmesser noch am Arm.
Aber: In der vierten Etage wird gepoltert, das Abi der Tochter gefeiert, die Studentin links ist frisch verliebt……und im Nachbarhaus hat der 70 jährige Opa 20.000 Euro im Lotto gewonnen. Und das alles hinter unscheinbaren Fassaden…

Am kottbusser Tor, Berlin
Am Kottbusser Tor, Berlin
09
Jul
09

Gesehen in… Schleswig

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Beim Spaziergang im Schleswiger Ortsteil Holm entdeckt: Mit dieser schon fast rührenden selbstgebastelten Wohnzimmerfenster-Dekoration wirbt ein Schleswiger Schleifischer für seine Fischprodukte… An alle Berliner Werbefuzzis mit den Designerbrillen: Nehmt Euch ein Beispiel, denn das nenn ich mal kreativ!

01
Jul
09

Waldsiedlung Zehlendorf

Die Waldsiedlung Zehlendorf oder auch Siedlung “Onkel Toms Hütte” liegt beiderseits der Argentinischen Allee und angrenzenden Strassen. Sie zählt zu den herausragendsten architektonisch, sowie städtebaulichen Leistungen der Zeit der Weimarer Republik und ist mit über 2000 Wohnungen ein Musterbeispiel des Sozialen Wohnungsbaus der 20er Jahre. Ausgewählt wurde ein landschaftlich reizvolles Gebiet inmitten von Kiefern und Birken, am Rande des Grunewalds. Eigentümer war damals sowie auch heute: die GEHAG.

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Neben dem Architekten Bruno Taut wurden auch Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg in das Vorhaben mit einbezogen.
Der größte Teil der Pläne aber geht auf Bruno Taut zurück, der ja schon mehr oder weniger als “Hausarchitekt” der GEHAG arbeitete. Bekanntestes Gebäude ist der sog. “Peitschenknall, welches sich über eine Länge von 400 Metern entlang der U- Bahnlinie 3 erstreckt.
Gebaut wurde von 1926 bis 1930. Die U3, damals noch als A2 bekannt, endete am Thielplatz und wurde in der gleichen Zeit bis zur Krummen Lanke verlängert. Der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte ist ein Entwurf von Salvisberg und steht wie die Waldsiedlung unter Denkmalschutz.

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Seit den 80er Jahren wird hier nach und nach restauriert und auch die Originalfarben der Fenster und Außenfassaden wiederhergestellt. Bruno Tauts Vorliebe für Farben war bekannt, so wurden seine Siedlungen mitunter “Tuschkastensiedlung” oder “Papageiensiedlung” genannt. Heute strahlen ein Großteil der Fassaden wieder in gelb, hellblau,dunkelrot und grün.
Bruno Taut, dem wir außerdem noch z.B die Hufeisensiedlung in Berlin zu verdanken haben, emigrierte 1936 in die Türkei, nachdem die Nazis ihn als “Kulturbolschewisten” abgestempelt hatten. Dort verstarb er, erst 58 jährig an den Folgen seines Asthmaleidens im Jahr 1938.

800px-Onkel_Toms_HtteKreuzung Riemeisterstrasse, Ecke Wilskistrasse, 20er Jahre. In der „Conditorei“ links befindet sich heute ein griechisches Restaurant. In der Mitte das Gebäude des Frisiersalons.




Newton´s Cradle

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