21
Aug
09

Missverständniss zweier Surrealisten

(für Katja Hejek)

„es regnet“
sagte sie
„Männer in schwarzen Mänteln
gehen vorbei“
sagte sie

Magritte aber
hörte sie
nicht mehr genau
( sie sagte es nämlich erst Jahre
nach seinem Tod )

So hörte er nicht mehr
ihre letzten zwei Worte
und verstand nur
„es regnet Männer in schwarzen Mänteln“

Das malte er

(Erich Fried)

Rene Magritte, Golconde, 1953

Rene Magritte, Golconde, 1953


4 Antworten zu „Missverständniss zweier Surrealisten“


  1. 22. August 2009 um 19:47

    Hüte. Mein Thema. Die schwarzen Männer tragen sie und doch werden sie nicht erwähnt. Ich assoziiere Hans Magnus Enzensbergers Gedicht «Die Männer mit den hellen Hüten» aus dem Gedichtzyklus »Zehn Lieder für Ingrid Caven», der bis 1983 unveröffentlicht blieb. Erschienen ist eine Vertonung von David Ambach/Peer Raben (1979) auf Ingrid Cavens Album «Der Abendstern».

    Ich kann aber weder mein Enzensberger Antiquariat finden, um diese Assoziation zu teilen, noch eine Aufnahme des Liedes mit der Caven (ich weiß, «irgendwo» ist sie !) Um aber dennoch zumindest Caven und Raben zu würdigen hier das Lied «Liebe kommt, Liebe geht», zu dem er auch den Text geschrieben hat.

    «Wozu sind Worte, die man nicht sagt?
    Was bringt ein Spiel,
    das man nicht wagen will?
    Wie fest steht die Erde,
    wenn sie sich dreht,
    was macht der Wind,
    wenn er nicht weht?»

  2. 2 karu02
    24. August 2009 um 11:22

    Danke, das war genau richtig für heute Morgen.

  3. 3. September 2009 um 17:28

    Bei mir löst es hier eindeutig positive Emotionen aus !Ich kann noch nicht einmal definieren warum, aber Erich Fried trifft anscheinend genau meinen Geschmack.

    Lg, Silvia


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