Heute morgen „stolperte“ ich erneut und zwar nur wenige Meter meines Hauses entfernt.

In der Onkel Tom Strasse, Berlin befinden sich 4 Einfamilienhäuser, die 1923 unter der Leitung von Erich Mendelsohn (und Richard Neutra) erbaut wurden. Doch diesmal geht es mir nicht um die Architektur, sondern um den Stolperstein, der wohl erst kürzlich vor dem Haus in das Kopfsteinpflaster eingesetzt wurde.

„Hier praktizierte Dr. Fritz Demuth, JG 1892
Flucht-Holland
Deportiert-Auschwitz
Für tot erklärt.
Über Fritz Demuth gibt es eine Veröffentlichung von Thomas Lennert im Hentrich&Hentrich Verlag für 5,90 €
Fritz Demuth, Kinderarzt, Wissenschaftler, Künstler
Der Kinderarzt Fritz Demuth wurde 1892 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Berlin geboren. Neben der Ausbildung als Facharzt für Kinderheilkunde und seiner allseits geachteten wissenschaftlichen Arbeit auf den Gebieten der Gewebezüchtung und der experimentiellen Zellforschung lebte er auch künstlerische Intentionen aus, die u.a. zu sehr freundschaftlichen Beziehungen zu dem Komponisten Ernst Krenek führten. Fritz Demuth legte nach eigenem Bekunden großen Wert darauf, „nicht nur der Diagnostiker und Therapeut, sondern der Arzt und der persönliche Freund der Familie zu sein, deren Kinder ich behehandele“. Nach dem Entzug der Approbation und der Schließung seiner Praxis gelangen ihm und seiner Familie noch 1939 die Emigration nach Holland, von wo er 1944 nach Auschwitz dportiert wurde. Als Folge seines Einsatzes in den Krankenbaracken des Vernichtungslagers starb er im Mai 1944 an Entkräftung und Fleckfieber.
„
Ohne Worte: Nur Stolpern und Krähen…